Europas beste Mannschaft

Neben dem Steuerrecht gibt es eine zweite Leidenschaft, die mich seit den 1980er-Jahren begleitet: Eintracht Frankfurt. Seitdem bin ich live im Stadion dabei – die großen Momente davor kenne ich aus Erzählungen, Zeitungsarchiven und alten Fernsehbildern. Hier habe ich einige davon gesammelt: von den ersten Pokalsiegen in den 1970er-Jahren über Lajos Detaris legendären Freistoß 1988 bis zum Pokalwunder von 2018.

Und natürlich Europa: Schon 1960 stand die Eintracht im Finale des Europapokals der Landesmeister – nach zwei Siegen gegen die Glasgow Rangers im Halbfinale. 1980 folgte mit dem UEFA-Pokal der erste internationale Titel. 62 Jahre nach dem Halbfinale von 1960 schloss sich der Kreis: 2022 holte die Eintracht in Sevilla – wieder gegen die Rangers – den Europa-League-Titel.

Viel Spaß beim Anschauen!

TitelAufstieg / KlassenerhaltAbstiegWeitere Momente · Ein Klick auf ein Video öffnet es auf YouTube.

1899

Die Anfänge

Gründung des Frankfurter Fußball-Clubs Victoria – die Keimzelle der späteren Eintracht.

1959

Deutscher Meister

5:3 nach Verlängerung im Endspiel gegen Kickers Offenbach – die bis heute einzige Meisterschaft.

1960

Europapokal-Finale in Glasgow

Nach 6:1 und 6:3 gegen die Glasgow Rangers im Halbfinale unterliegt die Eintracht vor über 127.000 Zuschauern im Hampden Park Real Madrid mit 3:7 – eines der berühmtesten Endspiele der Fußballgeschichte.

1980

UEFA-Pokal-Sieger

Nach dem 2:3 in Mönchengladbach entscheidet der eingewechselte Fred Schaub das Rückspiel im Waldstadion mit dem 1:0 – der erste internationale Titel.

1981

Dritter DFB-Pokalsieg

3:1 im Finale gegen den 1. FC Kaiserslautern.

1984

Relegation gegen Duisburg

Als Tabellen-16. muss die junge Mannschaft von Dietrich Weise in die Relegation gegen den MSV Duisburg. Mit einem 5:0 im Hinspiel in Duisburg ist alles klar, das 1:1 im Rückspiel nur noch Formsache.

1988

Detaris Freistoß

Lajos Detari entscheidet das Pokalfinale gegen den VfL Bochum mit einem Freistoß zum 1:0.

1989

Relegation gegen Saarbrücken

Ein Jahr nach dem Pokalsieg wieder Abstiegskampf: Unter Jörg Berger rettet sich die Eintracht in die Relegation und setzt sich knapp gegen den 1. FC Saarbrücken durch – 2:0 zu Hause, 1:2 im Rückspiel.

1992

Das Drama von Rostock

16. Mai 1992, letzter Spieltag: Die Eintracht reist als Tabellenführer nach Rostock – ein Sieg, und nach 33 Jahren wäre die Meisterschale wieder in Frankfurt. Beim Stand von 1:1 wird Ralf Weber in der 76. Minute im Strafraum von Stefan Böger zu Fall gebracht, doch Schiedsrichter Alfons Berg lässt weiterlaufen. Rostock gewinnt 2:1, der VfB Stuttgart wird Meister. Trainer Dragoslav Stepanović fasst es danach in drei Worten zusammen: „Lebbe geht weider.“

1996

Der erste Abstieg

Vier Jahre nach Rostock der Tiefpunkt: Mit einem 0:3 auf Schalke am 4. Mai 1996 steht der erste Abstieg seit Gründung der Bundesliga fest. Auch der im März zurückgeholte Dragoslav Stepanović kann ihn nicht mehr verhindern.

1998

Rückkehr als Zweitliga-Meister

Unter Horst Ehrmantraut startet die Eintracht mit fünf Siegen und übernimmt später die Tabellenführung. Ein 2:2 im Rhein-Main-Derby gegen Mainz 05 macht den Aufstieg perfekt.

1999

Das Abstiegsfinale

Letzter Spieltag, fünf Teams zittern: Die Eintracht schlägt den 1. FC Kaiserslautern 5:1, Jan Åge Fjørtoft trifft mit seinem legendären Übersteiger – und Frankfurt bleibt dank der Ergebnisse auf den anderen Plätzen in der Liga.

2001

Zweiter Abstieg

Nach dem 13. Spieltag noch Fünfter, zur Winterpause schon 15.: Trotz dreier Trainer – Felix Magath, Rolf Dohmen, Friedel Rausch – steht der Abstieg am vorletzten Spieltag fest.

2003

Alex Schur in der Nachspielzeit

6:3 gegen Reutlingen am letzten Spieltag – und erst Alexander Schurs Tor in der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit bringt die bessere Tordifferenz gegenüber Mainz 05 und damit den Aufstieg.

2004

Dritter Abstieg

Nach nur einem Jahr in der Bundesliga geht es unter Willi Reimann wieder hinunter.

2005

Sofortiger Wiederaufstieg

Unter Friedhelm Funkel gelingt die direkte Rückkehr – mit einem 3:0 gegen Wacker Burghausen am letzten Spieltag.

2011

Die „Rückrunde der Schande“

Zur Winterpause mit 26 Punkten Sechster, danach nur noch 8 Punkte und 7 Tore in 17 Spielen. Auch der Trainerwechsel von Michael Skibbe zu Christoph Daum hilft nicht: vierter Abstieg.

2012

Wiederaufstieg in Aachen

Unter Armin Veh macht die Eintracht am 23. April 2012 mit einem 3:0 bei Alemannia Aachen den Aufstieg perfekt.

2016

Relegation gegen Nürnberg

Niko Kovač übernimmt im März und führt die Eintracht noch in die Relegation. Nach dem 1:1 im Hinspiel schießt Haris Seferović in Nürnberg das 1:0 in der 66. Minute – der Klassenerhalt, und der Anfang von allem, was danach kam.

2022

30.000 im Camp Nou

3:2 beim FC Barcelona im Viertelfinale der Europa League – vor einer Kulisse, in der die Frankfurter Fans gefühlt in der Überzahl waren.

Steuerrecht im Profifußball

Auch der Fußball kommt am Steuerrecht nicht vorbei. Drei Fälle rund ums Stadion, zur Vertiefung und zum Nachdenken.

Fall 1: Die VIP-Loge im Stadion

Sachverhalt: Eine Maschinenbau-GmbH mietet für eine Bundesliga-Saison eine VIP-Loge. Der Pauschalpreis umfasst Eintrittskarten, Catering und eine Werbefläche mit Firmenlogo. Eingeladen werden Kunden und eigene Mitarbeiter.

Lösung: Der Pauschalpreis ist aufzuteilen, weil die Bestandteile steuerlich unterschiedlich behandelt werden. Nach dem sog. VIP-Logenerlass lässt die Finanzverwaltung vereinfachend folgende Aufteilung zu: 40 % Werbung, 30 % Bewirtung, 30 % Geschenke.

  • Werbung: voll als Betriebsausgabe abziehbar
  • Bewirtung: zu 70 % abziehbar (§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 2 EStG)
  • Geschenke an Kunden: nur abziehbar bis 50 € je Empfänger und Jahr (§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 1 EStG) – bei einem Bundesligaspiel schnell überschritten

Beim Empfänger ist die Einladung ein steuerpflichtiger Vorteil. Die GmbH kann die Steuer mit 30 % pauschal übernehmen (§ 37b EStG). Leere Plätze in der Loge sind dabei herauszurechnen – wer nicht kommt, erhält keine Zuwendung.

Fundstellen: BMF-Schreiben vom 22.08.2005, BStBl I 2005, 845; BFH-Urteil vom 23.11.2023, VI R 15/21

Fall 2: Der Transfer – Ablöse und Handgeld in der Bilanz

Sachverhalt: Ein Bundesligaverein verpflichtet einen Stürmer für 20 Mio. € Ablöse mit einem Vierjahresvertrag. Der Spielerberater erhält 2 Mio. € Provision, der Spieler bei Unterschrift ein Handgeld von 1 Mio. €. Im selben Sommer kommt ein zweiter Spieler ablösefrei; auch er erhält ein Handgeld.

Lösung:

  • Ablöse: kein sofort abziehbarer Aufwand. Der Verein erwirbt ein immaterielles Wirtschaftsgut, die „exklusive Nutzungsmöglichkeit an dem Spieler“ (Spielerlaubnis). Die 20 Mio. € sind zu aktivieren und über die Vertragslaufzeit abzuschreiben (5 Mio. € pro Jahr).
  • Beraterprovision: bei einem ablösepflichtigen Transfer Anschaffungsnebenkosten, also ebenfalls zu aktivieren.
  • Handgeld beim ablösepflichtigen Transfer: gehört nach dem BFH ebenfalls zu den Anschaffungsnebenkosten, sofern der Arbeitsvertrag Voraussetzung für die Spielerlaubnis ist.
  • Handgeld beim ablösefreien Transfer: mangels entgeltlichen Erwerbs sofort als Betriebsausgabe abziehbar. Ein Rechnungsabgrenzungsposten ist nicht zu bilden, wenn der Spieler das Geld bei vorzeitigem Wechsel nicht zurückzahlen muss – entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung.

Fundstellen: BFH-Urteil vom 14.12.2011, I R 108/10, BStBl II 2012, 238; BFH-Urteil vom 03.03.2026, IX R 33/23

Fall 3: Die Dauerkarte vom Chef

Sachverhalt: Ein Arbeitgeber schenkt seiner langjährigen Buchhalterin zum Geburtstag eine Dauerkarte für die Heimspiele ihres Lieblingsvereins (Wert 600 €).

Lösung: Die Dauerkarte ist Arbeitslohn in Form eines Sachbezugs. Die monatliche 50-€-Freigrenze (§ 8 Abs. 2 S. 11 EStG) hilft nicht, weil der Vorteil nicht monatlich, sondern vollständig mit Übergabe der Karte zufließt. Damit sind die vollen 600 € lohnsteuerpflichtig. Der Arbeitgeber kann die Steuer mit 30 % pauschal übernehmen (§ 37b Abs. 2 EStG) – dann bleibt das Geschenk für die Buchhalterin steuerfrei.